Interview mit Helmut B. Gohlisch

Solange wir jung und gesund sind, lachen wir über Wunder,
aber wenn uns nur noch ein Wunder retten kann,
klammern wir uns an das Wunder.
Alexander Issajewitsch Solschenizyn in seinem Roman „Krebsstation“

 

Autoren-Steckbrief

Helmut B. Gohlisch wurde 1948 in Müllrose bei Frankfurt an der Oder geboren. Flucht mit den Eltern und zwei Geschwistern nach dem Aufstand vom 17. Juni 1953 und aufgewachsen in Hamburg. Ausbildung als Radio- und Fernsehtechniker, Weiterbildung mit Abschluss “Staatlich geprüfter Techniker – Elektrotechnik/Elektronik”.
Nach der Bundeswehrdienstzeit sieben Jahre als Programmierer im Baugruppentest tätig, danach Leiter Qualitätswesen bei einem japanischen Druckerhersteller. Anschließend wegen der Jahr-2000-Umstellung und der EURO-Einführung bei mehreren Sparkassen und Banken in Süddeutschland eingesetzt. Danach knapp zehn Jahre als Alarmanlagenerrichter im Hamburger Bereich tätig.

 

Die eigene Erfahrung mit der seltenen Krebserkrankung GIST (gastrointestinaler Stromatumor) und das Führen eines Therapietagebuches zur Überwachung von Gewicht, Blutdruck und weiteren Daten veranlassten ihn dann, sein erstes Buch über sein Leben vor und nach der Diagnose “Krebs” zu schreiben.

Bisher erschienene Bücher

... und eines Tages kam der GIST (Oktober 2017), Biografie und GIST Erkrankung

Die blaue Bank (Oktober 2017), Biografie

GIST - Ein Tumer verliert seinen Schrecken (Mai 2018), GIST Erkrankung

Woher nimmst Du die Motivation zum Schreiben?

Ich wollte meine Erfahrungen mit der Krebserkrankung GIST auch anderen Betroffenen zugänglich machen und ihnen Mut machen, da ich entgegen aller Prognosen den GIST bisher schon um 15 Jahre überlebt habe.

Wie entstehen die Ideen zu Deinen Büchern?

Die Idee für das erste Buch kam mir beim Ausfüllen meines Therapie-Tagebuches. Zunächst wollte ich da nur meine Erfahrungen mit der GIST-Erkrankung schreiben, aber dann wurde es doch meine komplette Biografie bis heute.

Für Menschen, die sich weniger für die GIST-Erkrankung interessieren, weil der gastrointestinale Stromatumor auch sehr selten ist, habe ich dann ein zweites Buch (meine Biografie) ohne die Einzelheiten der GIST-Erkrankung geschrieben. Es ist eigentlich der etwas erweiterte Teil des ersten Buches mit einem kleinen Kapitel über die GIST-Erkrankung.

Das dritte Buch ist dann auch aus dem ersten Buch entstanden. Hier geht es fast nur um die GIST-Erkrankung, allerdings stark erweitert mit mehr Einzelheiten zum gastrointestinalen Stromatumor.

 

Alle Bücher gibt es als Taschenbuch und als gebundene Ausgabe. Die Blaue Bank gibt es auch als eBook.

Wann kannst Du am besten schreiben?

Abends, oder auch mal morgens, wenn ich in der Nacht noch einen Einfall hatte. Durch die Krankheit und die Nebenwirkungen der Medikamente kann ich schlecht einschlafen, sodass ich mich dann manchmal müde schreibe.

Warum sollten die LeserInnen ausgerechnet deine Werke lesen?

Ich weiß, dass der mögliche Leserkreis sehr klein ist, das der gastrointestinale Stromatumor ja auch sehr selten ist. Das GIST-Buch ist hauptsächlich ein Mutmacher für Betroffene und Angehörige, die im Internet Überlebensraten von GIST lesen, die ich schon lange überschritten habe. Diese Kleinauflage bedingt leider auch einen etwas höheren Preis der Bücher. Ich hoffe aber trotzdem, ein paar interessierte Leser aus dem Kreis der Patienten und Angehörigen zu finden. Bisher bin ich mit den Abverkäufen im BoD-Shop, bei Amazon und auch in den Buchhandlungen ganz zufrieden. Obwohl die Bücher nur in deutscher Sprache erscheinen, habe ich sogar schon drei Stück ins Ausland verkauft (über BoD).

 

Was sind deine Lieblingsbücher? Was magst du absolut gar nicht?

Biografin (Solschenizyn), Geschichtsbücher (Historienromane), Kriminalromane und neuerdings auch alles über den Krebs, die Genetik und die Molekularbiologie.

Nicht zu meinen bevorzugten Büchern gehören zum Beispiel Liebesromane.

Mit welchem autor würdest du gerne mal einen Kaffee trinken?

Mit Siddhartha Mukherjee, dem Autor eines der besten Bücher über den Krebs, das ich gelesen habe. Ich habe seine Bücher

  • Der König aller Krankheiten - Krebs, eine Biografie
  • Das Gen

verschlungen. Spannender als jeder Roman!

Was war der lustigste Fehler in deinen Büchern?

Meine Frau rief den Notarzt über 110 an, statt über 112. Das war keinem der Lektoren aufgefallen und mir erst beim dritten Durchlesen der ersten Augabe. Fehler wurde mittlerweile korrigiert.

Was wolltest Du den LeserInnen schon immer mal mitteilen?

Ich glaube, das habe ich schon in meinen Büchern versucht:

Nicht alles, was man über den Krebs und die Überlebensmöglichkeiten im Internet liest, sollte man für bare Münze nehmen.