Die blaue Bank

Nachdem ich das Buch (… und eines Tages kam der GIST) über mein Leben vor und nach der GIST-Erkrankung geschrieben hatte, kam mir die Idee, die Kurzgeschichten aus diesem Buch getrennt zu veröffentlichen, ohne meine Krankheitsgeschichte mit den Operationen und Therapien im Detail zu schildern. Entstanden ist daraus dieses Buch mit dem Titel „Die blaue Bank“. Es ist gleichzeitig der Titel des ersten Kapitels in beiden Büchern.

 

Da es zum Glück nur wenig GIST-Erkrankte und Betroffene in Deutschland gibt, obwohl jährlich etwa eintausend dazu kommen, ...


... wird die Nachfrage nach meinem ersten Buch auch nicht so groß sein. Aber vielleicht interessieren sich ja ein paar mehr Leseratten für die wahren Geschichten aus meinem Leben. Über die meisten kann man lächeln, aber es gibt natürlich im Leben auch mal traurige Ereignisse, die ich auch im Buch nicht ausgelassen habe.

Spielzeug RASCH und die Hexenküche

... Aber zurück zu Spielzeug Rasch. Auch als Jugendlicher und ab und zu auch als Erwachsener bin ich noch in den Laden gegangen. Für Spieler, Bastler und Handwerker gab es einfach alles, ob Pappe, Holz oder Metall, Farbe oder Motoren für Autos und Flugzeuge. Ich habe mir dort in den siebziger Jahren, als ich schon bei der Bundeswehr war, einige Teile für meine automatische Geschwindigkeitssteuerung für meinen Passat gekauft; unter anderem den Elektromotor und eine lange Messing-Gewindestange. Die Bauanleitung dazu gab es damals im ELEKTOR-Magazin (Juliheft 1974). Der Autor und Entwickler der Schaltung hatte die Idee dazu gehabt, weil es damals wegen der Ölkrise auch auf sparsames Fahren ankam, er aber nicht dauernd den Blick auf den Tacho richten wollte, um die vorgeschrie-bene oder gewünschte Höchstgeschwindigkeit einzuhalten. Also musste eine Automatik her, die die Geschwindigkeitsüber-wachung und -einstellung übernahm. Die aktuelle Geschwindigkeit wurde aus der Anzahl der Schaltbewe-gungen des Unterbrecher-kontaktes für die Zündung abgeleitet.

 

 

 

Die Meerjungfrauen von Osterrönfeld

... Entweder fuhren wir mit dem Auto nach Heide in eine Disco, oder aber wir gingen zu Fuß zum Nord-Ostsee-Kanal und dann mit der Schwebefähre rüber nach Osterrönfeld in die Bikini-Bar, die nach dem Spitznamen ihres Besitzers auch „Schnulli-Bar“ genannt wurde. Das Besondere an dieser Bar, in der man nur als Mitglied hereinkam, war ein riesengroßes Aquarium, in dem unbekleidete oder sehr leicht bekleidete junge Frauen, nicht unbedingt Jungfrauen, herumschwam-men. Mitglied konnte man aber ganz leicht werden, wenn man am Eingang ein Gedeck, zum Beispiel Bier und Korn, bestellte, natür-lich nur, wenn man mindestens 18 Jahre alt war. Zu den herumplanschenden „Meerjungfrauen“ wurden dann Lieder wie „Schneeglöckchen im Februar, Goldregen im Mai“ von Heintje gespielt. Eine ganz amüsante Stimmung, die man auf den Plüschsofas bei einer Flasche Bier oder einem Gin Tonic mit Blick auf das große Aquarium genießen konnte. Wer wollte, und Mut oder eine Abkühlung nötig hatte, konnte auch mitschwim-men.

 

 

LADY LUCK flippert wieder

 

Die ruhigen zwei Jahre zwischen 2014 und 2016 in meinem Bauch gaben mir dann auch Gelegenheit, mich wieder ein wenig kreativ zu beschäftigen. Da stand bei Marlies im Keller seit über dreißig Jahren ein Flipperkasten, der aber leider nicht mehr funktionierte. Solche Spielautomaten fand man früher fast in jeder größeren Kneipe und in den Spielhallen. Man konnte an diesen Flippern zwar kein Geld gewinnen, aber es machte einen Riesenspaß, die Kugel möglichst lange auf dem Spielfeld herumrollen zu lassen, bevor sie dann irgendwann doch zwischen den beiden Flipperfingern im Aus verschwand. Mit Glück, Geschicklichkeit und schneller Reaktion auf die extrem schnell rollende Kugel konnte man bei Erreichen einer genügend hohen Punktzahl ein Freispiel erhalten.

 

Der spanische Hersteller Recel hatte das Modell „Lady Luck“ genannt. Gebaut wurde der Flipperkasten 1976 und zählt zu den schnellsten mechanischen Pinballs, wie die Flipper-kästen auch genannt werden.